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Kunst des 19. Jahrhunderts

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Max Klinger

Leipzig 1857 – 1920 Großjena b. Naumburg

„Paraphrase über den Fund eines Handschuhs. Opus VI“. 1881

Orig.-Halbleinenmappe mit 10 Radierungen, teilweise mit Aquatinta auf Papier. Mappe: 41 × 51,2 cm. (16 ⅛ × 20 ⅛ in.) Werkverzeichnis: Singer 113-122 nach IV. Vollständige Folge. Leipzig, Verlag Gertrud Hartmann-Klinger, 5. Ausgabe 1924.  [3099]

ProvenienzSammlung Fritz Tögel (seitdem in Familienbesitz)

EUR 6.000 – 8.000
USD 6,670 – 8,890

„Paraphrase über den Fund eines Handschuhs. Opus VI“

Auktion 340Mittwoch, den 1. Juni 2022, 15.00 Uhr

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AusstellungMax Klinger. Meistergraphik und Zeichnungen vom Jugendstil zum Surrealismus. Stendal, Winckelmann-Gesellschaft, 2015, Kat. Nr. V.6-V.16., Abb. S. 72-78

Zustätzliche Fotos stehen auf Anfrage zur Verfügung.


„Ihre Originalität war so tief und so barock, sie waren so unähnlich Allem, was man früher in dieser Art gesehen, dass kein Besucher gleichgültig daran vorbeiging!“ Mit diesen Worten erinnert sich der Kritiker Georg Brandes an zehn Federzeichnungen, die der noch unbekannte Max Klinger im Jahr 1878 auf der Jahresausstellung der Berliner Akademie präsentierte und drei Jahre später unter dem Titel „Ein Handschuh“ als Opus VI seiner druckgrafischen Folgen herausgab.
Von den Blättern war als „Genialität oder Wahnwitz“ die Rede. Nie zuvor hatte man eine derart fantasievolle Bilderzählung gesehen, die ihre Betrachter in einer stilistisch so tollkühnen Variationsbreite und Modernität am Traumgeschehen des Protagonisten teilhaben lässt. Dabei wurden die Blätter erst mit der druckgrafischen Ausführung nummeriert, luden den Rezipienten bis dahin also ein, in einer beliebigen Reihenfolge betrachtet zu werden. Doch auch in den späteren Ausgaben blieb dem Betrachter die Aufgabe überlassen, der assoziativen Erzählung individuell zu folgen und sich in das spannungsreiche Form- und Motivspiel von Klingers wirkmächtigster Grafikfolge zu versenken. Max Pommer

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