Lupe Stift

Herbstauktionen 2019

33R

Hann Trier

Düsseldorf-Kaiserswerth 1915 – 1999 Castiglione della Pescaia

„Reich der Mitte II“. 1965

Eitempera auf Leinwand. 162 × 130 cm. (63 ¾ × 51 ⅛ in.) Unten rechts signiert und datiert: hTrier 65. Rückseitig in Schwarz signiert, datiert und betitelt: hTrier 1965 Reich der Mitte. Auf dem Keilrahmen mit Bleistift signiert und bezeichnet: hTrier Movement from the Center. Werkverzeichnis: Gerlach-Laxner 478.  [3357] Gerahmt 

ProvenienzSammlung Bankhaus Oppenheim, Köln / Unternehmenssammlung, Nordrhein-Westfalen (seit 2004)

Addendum/ErratumDas Werk gehörte nicht zur Sammlung Bankhaus Oppenheim, Köln. Provenienz: Unternehmenssammlung, Nordrhein-Westfalen

EUR 15.000 – 20.000
USD 16,500 – 22,000

Verkauft für:
16.875 EUR (inkl. Aufgeld)

„Reich der Mitte II“

Auktion 313Donnerstag, den 28. November 2019, 18.00 Uhr

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Wir danken der Kunststiftung Hann Trier, Bonn, für freundliche Hinweise.




  • Unverwechselbare Bildsprache des beidhändig malenden Künstlers

  • Der mehrfache Documenta-Teilnehmer schuf auch Deckengemälde im öffentlichen Raum

  • Ausstellung14. Ausstellung. Deutscher Künstlerbund. Essen, Ausstellungshallen am Gruga-Park, 1966, Kat.-Nr. 406 / The 1967 Pittsburgh International. Exhibition of Contemporary Painting and Sculpture. Pittsburgh, Carnegie Institute, 1967, Kat.-Nr. 117

    Literatur und AbbildungDas Kunstwerk. The work of Art. Heft 8, Jg. XIX. Agis-Verlag, Krefeld, 1966, Abb. S. 36

    Hann Trier hat seine Malerei einmal mit dem Tanz verglichen: „Malen heißt in zusammenhängendem Ablauf auf überschaubarer Fläche tanzen: Im Fließen, im Staccato, im Anhalten, in der Wiederkehr der Pinselschläge tanzt der Rhythmus“ (zit. nach: Ausst.-Kat. Hann Trier, Galerie Schlichtenmaier, Grafenau 2001, S. 7). Die rhythmischen Schwünge der gestischen Farbbahnen gehen in angedeuteter Symmetrie von einem ähnlichen Ausgangspunkt aus, da der Maler gleichzeitig mit zwei Pinseln malte. Dem spontanen Impuls wohnt somit gleichzeitig eine Ordnung inne, welche die Komposition bändigt. In „Reich der Mitte II“ erkennt man diese Struktur an den dunklen Ornamenten rechts und den von unten aufsteigenden Bändern, die, sich nach links verzweigend, immer höher steigen, bis sie von der dunklen Struktur am oberen Bildrand gebremst werden. Der assoziationsreiche Titel der Arbeit lässt an Vasenmalerei oder die bewegte Struktur chinesischer Drachen denken, er verweist aber gleichzeitig auf die Beschäftigung Triers mit der Malerei des 18. Jahrhunderts, speziell den Chinoiserien des Rokoko. Die grünblauen Bahnen verbinden sich mit Akzenten in Orange- und Violetttönen zu einem delikaten Farbklang. In dieser Arbeit spürt der Betrachter das Heitere und Leichte: Trier schien der geeignete Maler der Gegenwart, der das Geistreiche des Rokoko in die Moderne zu überführen vermochte, was schließlich zum Auftrag für die Neufassung des Deckengemäldes im Weißen Saal des Charlottenburger Schlosses in Berlin führte. OH

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