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Ausgewählte Werke

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Lesser Ury

Birnbaum/Posen 1861 – 1931 Berlin

„Brandenburger Tor vom Pariser Platz aus gesehen, Berlin“. (Vor) 1928

Öl auf Leinwand. Doubliert. 35 × 50,5 cm. (13 ¾ × 19 ⅞ in.) Unten links signiert: L. Ury. Mit einem Gutachten von Dr. Sibylle Groß, Berlin, vom 4. Mai 2021. Das Ölbild wird aufgenommen in das Werkverzeichnis der Gemälde, Pastelle, Gouachen und Aquarelle von Lesser Ury von Dr. Sibylle Groß, Berlin (in Vorbereitung).  [3007]

ProvenienzNachlass des Künstlers / Karl Schwarz, Berlin (erworben 1932 auf der Nachlass-Auktion) / Leo Kern, Mainz (erworben zwischen 1932 und 1936, bis vor kurzem in Familienbesitz, USA)

EUR 80.000 – 120.000
USD 95,200 – 143,000

Verkauft für:
187.500 EUR (inkl. Aufgeld)

„Brandenburger Tor vom Pariser Platz aus gesehen, Berlin“

Auktion 330Donnerstag, den 10. Juni 2021, 18.00 Uhr

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AusstellungLesser Ury. Neue Bilder aus zwei Weltstädten (Paris und Berlin u. a.). Berlin, Kunst Kammer Martin Wasservogel, 1928, Kat.-Nr. 23 („Brandenburger Tor“), Abb. Tf. IX

Literatur und AbbildungAnton Mayer: Lesser Ury, Ausstellung in der Kunstkammer Wasservogel. In: 8 Uhr Abend Blatt, Berlin, 29.3.1928, 2. Beiblatt (Brandenburger Tor) / Versteigerungskatalog: Der künstlerische Nachlaß von Lesser Ury, 129 Ölgemälde, 123 Pastelle. Berlin, Paul Cassirer, 21.10.1932, Kat.-Nr. 110, Abb. S. 42 / Preisbericht Paul Cassirer, Berlin, 21. Oktober 1932 Nachlaß, Lesser-Ury. In: Die Weltkunst, Jg. VI, Nr. 45, 6.11.1932, (Nr.110: 450 Reichsmark) / Joachim Seyppel: Lesser Ury. Der Maler der alten City. Leben, Kunst, Wirkung. Eine Monographie. Berlin, Gebr. Mann Verlag, 1987, S. 206, Nr. 416 (Brandenburger Tor)

Noch immer ist das Ende des 18. Jahrhunderts errichtete Brandenburger Tor das Wahrzeichen der deutschen Hauptstadt. Der malende Stadtflaneuer Lesser Ury, den Reisen auch nach London und Paris geführt hatten, widmete sich immer wieder dem markanten, von der Quadriga bekrönten Bau. Im Hintergrund unseres Gemäldes zeichnet sich das satte Grün des Tiergartens ab, während die Silhouette einer die Straße querenden Dame den Bildvordergrund markiert. Der moderne Stadtverkehr mit Automobilen und Omnibussen schiebt sich träge durch die Öffnungen des Stadttors. Ury „ist der erste gewesen, der Berliner Straßenbilder gemalt hat“, erinnerte sein Biograf Adolph Donath 1931: „die Straße der modernen Großstadt mit ihrem Jagen und Fauchen, ihren geschäftigen Menschlein, (...) mit allen den glitzernden Sonnenreflexen auf Häusern und Asphalt, die Großstadtstraße am Abend und in der Nacht (...). Ja, Ury war der erste, der das moderne Berlin gemalt hat“ (Adolph Donath: Der Tod des Lesser Ury, in: Der Kunstwanderer, 13. Jg., Oktoberheft 1931, S. 34).

Unser Bild besticht besonders durch seine impressionistische Vereinfachung der Formen und eine Malweise von größter Delikatesse der Farbe. Als „Farbenseher“ und „Farbenpoet“ hatte der Kunstkritiker Franz Servaes den Berliner Maler bezeichnet (Franz Servaes: Lesser Ury in der National-Galerie. Die Gedenkausstellung, In: Der Kunstwanderer, 14. Jg., Januarheft 1932, S. 125f.).

Auf faszinierende Weise setzt Ury nicht nur im pastosen Himmel farbige Akzente. Besonders die Farbe Lila, die erst Mitte des 18. Jahrhunderts erfunden worden war, wird hier zu einer eindrucksvollen Stimmungsfarbe, die der Szenerie die Melancholie des frühen Abends verleiht. GK

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