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Ausgewählte Werke

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Thomas Ring

Nürnberg 1892 – 1983 Schärding/Österreich

„Roter Gong“ / „Rote Stimme“. 1920

Öl auf Leinwand. Doubliert. 104 × 80,2 cm. (41 × 31 ⅝ in.) Unten rechts signiert und datiert: TRing 1920. Werkverzeichnis: Skiebe G9. Retuschen.  [3376] Gerahmt 

ProvenienzNachlass des Künstlers (bis ca. 2001) / Privatsammlung (bis 2008) / Privatsammlung, Europa (2009 in der Galerie Berinson, Berlin, erworben; zwischenzeitlich Leihgabe im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg)

EUR 40.000 – 60.000
USD 47,600 – 71,400

Verkauft für:
118.750 EUR (inkl. Aufgeld)

„Roter Gong“ / „Rote Stimme“

Auktion 330Donnerstag, den 10. Juni 2021, 18.00 Uhr

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AusstellungGroße Berliner Kunstausstellung 1928, Kat.-Nr. 789 (Titel: Rote Stimme) / DER STURM, Herwarth Walden und die Europäische Avantgarde Berlin 1912–1932. Berlin, Nationalgalerie in der Orangerie des Schlosses Charlottenburg, 1961, Kat.-Nr. 160 (Titel: Roter Gong) / Deutsche Avantgarde 1915-1935 (Konstruktivisten). Köln, Galerie Gmurzynska-Bargera, 1971, Kat.-Nr. 132 / Thomas Ring 1892–1983. Witten, Märkisches Museum, 1983, Kat.-Nr. 149 / Thomas Ring als Zeichner und Maler. Bad Wimpfen, Städtische Galerie in der Pfalzkapelle, 1983, Kat.-Nr. 11 / Thomas Ring (1892–1983). Duisburg, Wilhelm-Lehmbruck-Museum, u. Graz, Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, 1988/89, Kat.-Nr.1, Abb. S. 55 und auf dem Umschlag / Le Troisième Reich et la musique, Paris, Musée de la musique u. Barcelona, Fundació Caixa Catalunya, 2004/05, Kat.-Nr. 3, Abb. 4 und Innenseite des Umschlags / Das dritte Reich und die Musik. Brandenburg, Schloss Neuhardenberg, 2006

Literatur und AbbildungThomas Ring Stiftung (Hg.): Lebenszeugnisse, Festschrift zum 90. Geburtstag von Thomas Ring. Zürich, 1982, S. 71-72, Abb. S. 24 / Ingrid Skiebe: Thomas Ring, ein Künstler im Berlin der 1920er Jahre. In: Weltkunst, April 2002, Heft 4,S. 556–558, Abb. 2

Die absolute Musik, also Musik ohne Gesang und sonstiges „Beiwerk“ wie Bühnenbild oder Programm, gilt allgemein als die höchste Tonkunst. Dabei erzeugen allein Harmonik, Melodie, Instrumentierung und Rhythmus eine Wirkung auf das Publikum. Als sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts die abstrakte Malerei entwickelte, versuchte man, diese neue Kunst ebenfalls mit Analogien zur Musik zu erklären. In einem unveröffentlichten Aufsatz schrieb Thomas Ring, der Urheber von „Roter Gong“ / „Rote Stimme“: „Für mich [...] lag hier (im Vergleich mit der Musik, Anm. d. Autors) die Lösung: der souveräne Ausdruck des Seelengehalts ist vor aller gegenständlichen Thematik da. In diesem Sinne entstanden kristalline Zeichnungen, wobei ich den Kontrapunkt zu finden hoffte, bestimmte Qualitäten der Winkel und Überschneidungen erkannte“ (Elmar Schübl: Eine knappe historisch-biographische Skizze zu Leben und Werk von Thomas Ring (1892–1983), S. 3). „Roter Gong“ / „Rote Stimme“ ist ein eindrucksvolles Zeugnis der neuen abstrakten Malerei – und die Verwandtschaft zum Geist der Musik tatsächlich augenfällig. Sind die tiefen Klangwellen des Gongs bei seinem Einsatz geradezu körperlich erfahrbar, so steht im Zentrum dieses Gemäldes auch dessen typische Kreisform, allerdings hat sie Ring nicht ganz geschlossen. Er hat ihr weitere Kreise oder Kreissegmente zur Seite gestellt. Auch das dominante Farbduett von Rot und Gelb trägt zur Plausibilität einer Nähe zur Musik bei: Mit ihm ist dem Maler eine kongeniale Übersetzung von kühlen dunklen und warmen hohen Klängen gelungen. Damit nicht genug – so wie sich Töne im Raum ausbreiten, so hat Ring durch feine Farbabstufungen noch mehr räumliche Präsenz in seinem Werk erzeugt, gut zu erkennen etwa an dem visuellen Sog der aus blauen Schattierungen angelegten Fläche oben links. Thomas Rings „Roter Gong“ / „Rote Stimme“ wurde seit seiner Entstehung in einer langen Reihe von Ausstellungen gezeigt – ein Zeichen für die ikonische Bedeutung dieses Bildes. OH

• Hauptwerk des Künstlers mit bedeutender Ausstellungshistorie
• Hervorragendes Beispiel für die Analogie von abstrakter Kunst und absoluter Musik
• Suggestiver, warm-kalter Farbklang

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