Lupe Stift

Herbstauktionen 2019

706N

Konrad Klapheck

Düsseldorf 1935 – lebt in Düsseldorf

Die Ammen. 1963

Öl auf Leinwand. 79,5 × 60 cm. (31 ¼ × 23 ⅝ in.) Auf der Rückpappe mit einem Aufkleber der Ausstellung Hannover 1966 (s.u.).  [3541] Gerahmt 

ProvenienzGalerie Der Spiegel, Köln / Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen / Privatsammlung, Schweiz

EUR 150.000 – 200.000
USD 165,000 – 220,000

Verkauft für:
200.000 EUR (inkl. Aufgeld)

Die Ammen

Auktion 315Freitag, den 29. November 2019, 18.00 Uhr

Los empfehlenLos notieren

Zu Konrad Klapheck siehe auch Auktion 313, Los 17

AusstellungKonrad Klapheck. Hannover, Kestner Gesellschaft, 1966, Kat.-Nr. 102

Literatur und AbbildungJosé Pierre: Konrad Klapheck. Köln, Institut für moderne Kunst und Verlag M. DuMont Schauberg, 1970, S. 87, Nr. 102

Konrad Klapheck, geboren 1935 in Düsseldorf, prägte die deutsche Nachkriegsavantgarde mit seinen nüchtern-präzisen Darstellungen von Maschinen. Seine teils großformatigen Gemälde von Schreibmaschinen, Nähmaschinen, Schuhspannern, Wasserhähnen und Bügeleisen lassen sich der Neuen Sachlichkeit, dem Surrealismus und der Pop-Art zuordnen, bilden jedoch seit jeher eine singuläre Position.
Die Bilder sind meist im Goldenen Schnitt angelegt und die Apparate und Maschinen mit ihren glatten Oberflächen vereinfacht und perspektivisch überhöht dargestellt. Klapheck gibt seinen Werken Titel, die die dargestellten Objekte zu surrealen Charakteren mit teils abgründigen Identitäten machen, inspiriert von der „Comédie humaine“ (Kay Heymer: „Klapheck: Leidenschaft, nüchtern“, in: Konrad Klapheck. Bilder und Texte. Düsseldorf 2013). Die dabei erzeugte Analogie zwischen Mensch und Maschine lässt auch Themen wie Erotik und Gewalt nicht unberührt. So ist für Klapheck die Schreibmaschine eindeutig männlich, der Nähmaschine ordnet er weibliche Attribute zu.
„Die Ammen“ aus dem Jahr 1963 zeigt eine Art Schlauchsystem, das aus einer Wand heraus über zwei verfremdete, pumpenförmige Behälter führt. Die pastellig-warmen Farben vermitteln Geborgenheit, die glatten Oberflächen erzeugen den Eindruck von zuverlässiger Funktionalität. Der Titel lädt die Objekte mit Gefühlen auf und ruft Assoziationen wach, die im Kontrast zur kühl-distanzierten Ästhetik des Bildes stehen. Am Ende bedarf es nicht vieler Erklärungen, um in die Werke Klaphecks einzutauchen: „Die Gemälde (...) wachsen durch wiederholte Betrachtung, und auf ihnen ist alles zu sehen, was man dafür braucht“ (Kay Heymer: „Klapheck: Leidenschaft, nüchtern“, in: Konrad Klapheck. Bilder und Texte. Düsseldorf 2013, S.16).
Anna Redeker

Irrtum vorbehalten - wir verweisen auf unsere Versteigerungsbedingungen.