Lupe Stift

Herbstauktionen 2019

46

Max Liebermann

1847 – Berlin – 1935

„Kleinkinderschule“. 1875

Öl auf Leinwand. Doubliert. 59,5 × 80,5 cm. (23 ⅜ × 31 ¾ in.) Unten links signiert: M. Liebermann. Werkverzeichnis: Eberle 1875/13.  [3587] Gerahmt 

ProvenienzPaul Cassirer, Berlin (1914) / Galerie Ferdinand Möller, Breslau (1917) / Leo Lewin, Breslau (1917 bei Möller erworben, wohl bis 1927) / Carl Nicolai, Berlin (vor dem 30.1.1933) / Sammlung Georg Schäfer, Schweinfurt (1955 von C. Nicolai erworben, bis 2000) / Privatsammlung, Hessen

EUR 150.000 – 200.000
USD 165,000 – 220,000

„Kleinkinderschule“

Auktion 313Donnerstag, den 28. November 2019, 18.00 Uhr

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  • Frühe Version des Gemäldes „Kleinkinderschule in Amsterdam“ (Dauerleihgabe in der Sammlung der Nationalgalerie, Berlin)

  • Angeregt durch das Studium der Alten Meister, insbesondere des großen Vorbildes Frans Hals


AusstellungAusstellung des Deutschen Künstlerbundes 1913. Mannheim, Kunsthalle, 1913, Kat.-Nr. 221, mit Abbildung / Ausstellung deutscher Malerei XIX. und XX. Jahrhundert. Zürich, Kunsthaus, 1917, Kat.-Nr. 51 / Ausstellung deutscher Malerei des 19. Jahrhunderts. Basel, Kunsthalle, 1917, Kat.-Nr. 50 / Sonderausstellung Max Liebermann. Düsseldorf, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, 1925, Kat.-Nr. 8 (?) / Kinderblicke. Kindheit und Moderne von Klee bis Boltanski. Bietigheim-Bissingen, Städtische Galerie, 2001, Kat.-Nr. 1.1, Abb. S. 14 / Deutsche Kunst vom Impressionismus zum Expressionismus. Darmstadt, Galerie Sander, 2002/03 (o. Kat.) / Reiselust und Sinnesfreude. Corinth, Liebermann, Slevogt. Apolda, Kunsthaus Apolda Avantgarde, und Aschaffenburg, Kunsthalle Jesuitenkirche, 2011/12, S. 186, Kat.-Nr. 24, Abb. S. 107

Literatur und AbbildungWilly F. Storck: Die Kunst des Deutschen Künstler-bundes in Mannheim. In: Die Kunst für Alle, Jg. XVIII, 1.8.1913, S. 481 („Schulstundenbild“) / Erich Hancke: Max Liebermann. Sein Leben und seine Werke. Berlin, Bruno Cassirer, 1914, S. 98 u. Werkkatalog S. 528 / (Notiz in:) Kunstchronik, NF, XXVIII. Jg., H. 39, 30.7.1917, Sp. 451 / Karl Scheffler: Breslauer Kunstleben. In: Kunst und Künstler, 21. Jg., 4. H., 1.1.1923, S. 111–133, hier S. 116f. / Erich Hancke: Max Liebermann. Sein Leben und seine Werke. Berlin, Bruno Cassirer, 2. Auflage 1923, S. 98 / K(arl) Sch(effler): Kunstausstellungen. Düsseldorf (Kunstverein). In: Kunst und Künstler, 23. Jg. 12. H., 1.9.1925, S. 497 / Versteigerungskatalog: Sammlung Leo Lewin, Breslau. Deutsche und französische Meister des XIX. Jahrhunderts. Gemälde, Plastik, Zeichnungen. Berlin, Paul Cassirer, und Hugo Helbing, München, 12.4.1927, Kat.-Nr. 6, Abb. Tf. VI / Katrin Boskamp: Studien zum Frühwerk von Max Liebermann mit einem Verzeichnis der Gemälde und Ölstudien von 1866–1889. Hildesheim–Zürich–New York, Georg Olms Verlag, 1994 (= Studien zur Kunstgeschichte, Bd. 88), Kat.-Nr. 65 / Versteigerungskatalog: Gemälde aus der Sammlung Dr. Georg Schäfer. Düsseldorf, Christie's, 31.1.2000, Kat.-Nr. 214, m. Abbildung

„An welchem Ort Liebermann auf das Motiv traf, das er im Sommer des Jahres 1875 in mehreren Versionen malte, ist nicht genau bekannt. Er mag es in dem Dorf Zandvoort oder in der Kleinstadt Haarlem gesehen haben. Aufgrund des Umstands, daß die später so sorgfältig ausgeführte Fassung mit dem Titel ,Kleinkinderschule in Amsterdam‘ (Eberle 1880/1, heute als Dauerleihgabe in der Sammlung der Nationalgalerie, Berlin) versehen wird, mag man dabei auch in Amsterdam denken. Liebermann studierte im Sommer 1875 fast täglich die Arbeiten des bewunderten Frans Hals in Haarlem. [...] Er versuchte, so der Liebermann-Freund und Biograph Erich Hancke, sich auf eigene Art dem großen Vorbild zu nähern: ,Frans Halsscher Einfluß verrät sich deutlich in der wichtigsten Arbeit dieses Sommers, der Studie zur ,Kleinkinderschule‘. [...] An Frans Hals erinnert nicht nur die Komposition in flachen, farbigen Massen auf neutralem Hintergrunde, die an seine Schützenstücke denken läßt, sondern auch die geraffte Art der malerischen Wiedergabe. Trotzdem ist das Bild selbständig, es ist keine Reminiszenz, sondern gibt ein eigenes künstlerisches Erlebnis.‘ Auf niedrigen Bänken und auf dem Boden sitzen die Kleinen herum, teils aufeinander bezogen, teils abwesend in sich versunken – eine kleine Welt für sich, in die die strickende Alte nicht eingreift. Hier werden keine Rollen nachgespielt, hier wird nicht ermahnt, hier wird keiner zu etwas gezwungen. Die Kinder bleiben für sich und liefern dem Betrachter keinerlei Stoff für putzige Anekdoten. Sie sind, aufgehoben in einer höchst nützlichen Einrichtung bürgerlichen Gemeinsinnes, ein leuchtendes, reines Stück Natur.“ (Matthias Eberle: Liebermann. Werkverzeichnis der Gemälde und Ölstudien. Band I, 1865-1899, München 1995, S. 96)

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