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Karl Schmidt-Rottluff

Rottluff 1884 – 1976 Berlin

„Früchte auf Teppich“. 1909

Aquarell auf festem chamoisfarbenen Papier. 48,1 × 66,2 cm (18 ⅞ × 26 ⅛ in.).
Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Karl Schmidt-Rottluff. „Früchte auf Teppich“. 1909.

Hintergrund:

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Hintergrund:

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Schätzung:

EUR 120.000

 

- 150.000

USD 135.000

 

- 169.000

Auktion 378

Do, 26.11.2026, 18:00 Uhr

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Informationen

Aquarell auf festem chamoisfarbenen Papier. 48,1 × 66,2 cm (18 ⅞ × 26 ⅛ in.). Unten rechts signiert und datiert: S. Rottluff 1909. Das Aquarell ist registriert im Archiv der Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung, Berlin. [3010] Gerahmt

Wir danken Christiane Remm, Berlin, für freundliche Hinweise.

Hellmuth Wolff, Halle (vom Künstler erworben, seitdem in Familienbesitz, 1987–2026 als Dauerleihgabe im Kunstmuseum Moritzburg, Halle/Saale)

Expressiv! Die Künstler der Brücke. Die Sammlung Hermann Gerlinger. Wien, Albertina, 2007, Kat.-Nr. 12, S. 46/47, Abb. („Früchtestilleben (Stilleben mit Birnen)")

Christiane Remm: Karl Schmidt-Rottluff. Aquarelle. München, Hirmer, 2011, Abb. 14, S. 24

„Ganz grosse Klasse Cezanne!“ – Noch 1926 schwärmt Karl Schmidt-Rottluff von den Werken des französischen Meisters, die den künstlerischen Ausdruck des deutschen Expressionisten in seiner frühen Schaffensperiode beeinflusst hatten (Karl Schmidt-Rottluff an Ernst Beyersdorff, Brief v. 8.4.1926, zit. nach: Gerhard Wietek: Schmidt-Rottluff. Oldenburger Jahre 1907-1912, Mainz 1995, S. 165).
Der unmittelbare Einfluss Cézannes wird in unserem großformatigen Aquarell des Jahres 1909 offensichtlich: Das vor einem bunten Teppich dargebotene Stillleben mit Birnen changiert zwischen der flirrenden Farbigkeit des Expressionismus und der Gefasstheit der Komposition. In den Aquarellen dieses Jahres setzt Schmidt-Rottluff erstmals dunkle Konturlinien – wie hier im Umriss der Birnen – zur Stabilisierung der Formen ein. Komplementäre Kontraste und ein dynamischer Pinselduktus lassen das Auge des Betrachters in unserem farbstarken, musealen Werk kaum zur Ruhe kommen.
Das in der Darstellung datierte und signierte Aquarell markiert damit eine bedeutende Entwicklungsstufe des Künstlers. Nachdem Schmidt-Rottluff sich vom Seherlebnis der Malerei Vincent van Goghs zu lösen begonnen hatte, entstehen im Jahr 1909 künstlerische Experimente für eine neue Formen- und Gestaltungsprache. Das Aquarell – im Gegensatz zur Ölmalerei – erlaubt ihm hierbei die günstigere wie schnellere Arbeitsweise. Etwa zeitgleich mit unserem Werk entsteht auch das Aquarell „Stillleben mit Äpfeln und Henkelkrug“, das der Künstler in zwei Fassungen ausführt. Eine bewahrt heute die Staatliche Graphische Sammlung München.
In dieser Phase des Ausprobierens besucht Karl Schmidt-Rottluff auch die große Cézanne-Ausstellung im Kunstsalon Cassirer in Berlin, bei der im November und Dezember 1909 etwa 40 Werke gezeigt werden. Auf einer Postkarte an den Künstlerfreund Erich Heckel skizziert er eine Landschaft des Franzosen und notiert: „Bei Cassirer Cezanne – einige sehr gute“ (KSR an Erich Heckel, Postkarte mit Bildskizze nach Cézanne v. 29.11.1909, Altonaer Museum Hamburg, zit. nach: Gerhard Wietek: Karl Schmidt-Rottluff. Zeichnungen auf Postkarten, Köln 2010, S. 77). Der Kritiker Walther Gensel hob anlässlich der Cézanne-Ausstellung ausdrücklich dessen Stillleben hervor, bei denen sich Cézanne „als das Gegenteil eines Impressionisten [...] nämlich als völliger Farbenstilist“ erwiesen habe. Der Künstler habe gefordert, ihm nicht nachzueifern, in dem was er male, sondern was er malen wolle (W.G.: Von Ausstellungen, in: Die Kunst für alle, 25. Jg., H. 8 v. 15. Januar 1910, S. 190). Diesem Appell, dem Wollen auf eigene Weise nachzuspüren, folgt Schmidt-Rottluff in unserem Aquarell kongenial. Gloria Köpnick

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