Handschrift auf Pergament, illuminiert / Ledereinband wohl 18. Jahrhundert. 8°.
Rote Liniierung, Schriftraum gemittelt 9,7 x 6,2 cm, 15 Zeilen (Kalender: 16), einspaltig beschrieben. Als Textura eine französische lettre bâtarde in brauner Tinte, mehrere Hände unterscheidbar. Rubrikationen in roter Tinte. Bei den Orationen, Psalmen etc. ein- bis zweizeilige goldene Initialen auf blauem oder rotem Grund bzw. zwei- bis vierzeilige blaue Initialen (rot und weiß erhöht) auf goldenem Grund.
Textbegleitende Bordüren gemittelt 9,7 x 3,3 cm. Reiche Bordüren mit teilvergoldeten Dorn- und Weinblattranken, blau-gelbem Akanthus, Blumen, Früchten und Tierdarstellungen auf pergamentsichtigem oder gelbem Grund. Zahlreiche Drôlerien (Fabeltiere, Mischwesen, wilde Männer, etc.). Sowohl Miniaturen wie auch Bordüren sind motivisch und stilistisch dem Umkreis des Meisters der Échevinage von Rouen (tätig ca. 1450-1480) zuweisbar und um 1470 zu datieren.
Kein Vorsatzblatt / Lagen: VI12 + (V-1)21 + 7 IV77 + 2 II85 + IV93 + III98 + 4 IV130 + III135 + (IV-1)142. Vor Folio 13 mind. 1 Lage Textverlust. Foliierung in Bleistift auf den recto-Seiten oben rechts (1-141), letzte Folioseite nicht beschriftet, fol. 31/32 übersprungen.
Vergleichsliteratur zum Meister der Échevinage de Rouen: Claudia Rabel: Artiste et clientèle à la fin du Moyen Age: les manuscrits profanes du Maître de l'échevinage de Rouen; in: Revue le l'Art, Bd. 84 (1989), S. 48–60.
François Avril / Nicole Reynaud: Les manuscrits à peinture en France 1440-1520, Ausst.-Kat., Paris 1995, S. 168-173..