Farbholzschnitt auf Japan.
63,4 × 34,1 cm (69,7 × 41,8 cm)
(25 × 13 ⅜ in. (27 ½ × 16 ½ in.)).
Signiert und bezeichnet: Eigendruck.
Werkverzeichnis: Gercken 1077 III.b.
Sehr selten. Einer von nur zwei Abzügen in diesem Zustand (das andere Exemplar in der Sammlung des Art Institute in Chicago). Ingesamt sind sieben Abzüge der Grafik bekannt.
[3120]
Privatsammlung, Deutschland
Ernst Ludwig Kirchner 1880-1938. Berlin, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Nationalgalerie; München, Haus der Kunst; Köln, Museum Ludwig in der Kunsthalle Köln; Zürich, Kunsthaus, 1979/80, Kat.-Nr. 313, Abb. S. 258
„Blaue Augen, roter Mund, lieber Freund, komm bleib gesund!“ ist eine Grußformel, wie sie in älteren Poesiealben häufig zu finden ist. Auf den ersten Blick scheint sie die ideale Bildunterschrift für Ernst Ludwig Kirchners markantes Porträt von Karl Stirner zu sein. Doch die Entstehungsgeschichte dieses äußerst seltenen Farbholzschnitts widerlegt diesen Eindruck. 1919 suchte der damals 37-jährige Schwabe – wegen eines Lungenleidens selbst in Davos zur Kur – den nur zwei Jahre älteren, von Medikamenten und Alkohol abhängigen Malerpionier auf. Kirchners anfängliche Sympathie für den vermeintlich lernwilligen Kollegen wich jedoch bald einer herben Ernüchterung. Tatsächlich schien ihm Stirner vor allem eines zu sein: langweilig. Kirchner beschrieb den Besucher wenig später als einen „schrecklich banalen schwäbischen Maler“, der ihn „in seiner devoten Art absolut an den jungen Pechstein“ erinnere. Das Urteil war gefällt, die Zusammenarbeit nach wenigen Wochen beendet. Verblüffenderweise ist dem Farbholzschnitt von dieser persönlichen Distanz nichts anzumerken. Neben der über Stirner schwebenden Mondsichel, die ihn als Nachtmenschen charakterisiert, platziert Kirchner die Figuren des Adam- und Eva-Stuhls I (Henze WVZ 1919/01), als seien sie ebenfalls dessen Trabanten. Der Vergleich mit einer von Kirchner angefertigten Fotografie (Abb.) verdeutlicht eindrucksvoll, wie bewusst Kirchner die Realität in seine eigene, expressive Formsprache überführte. Dabei fasziniert auch der Blick auf die Puzzledruck-Technik: Kirchner nutzte für diesen Abzug zwei Holzstöcke, die er zersägte, von denen er Teile separat einfärbte und anschließend, jeweils wieder wie ein Puzzle zusammengesetzt, übereinanderdruckte. Im Druck-gang vom ersten Stock entstanden so der violette Hintergrund mit dem braunen Kopf und den hellblauen Augen, im Druckgang vom zweiten Stock die dunkelblauen Flächen und der rot eingefärbte Mund. Bei dem hier vorliegenden Exemplar handelt es sich um den einzigen Abzug dieses Zustandes, der auf dem freien Markt verfügbar ist. Franz Dinda
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