Los
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Dresden 1876 – 1907 Worpswede
„Moorgraben mit sich spiegelnden Bäumen“. Um 1900
Hintergrund:
Hintergrund:
Schätzung:
EUR 50.000
- 70.000
USD 56.200
- 78.700
Auktion 378
Do, 26.11.2026, 18:00 Uhr
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Otto Modersohn, Fischerhude / Tille Modersohn, Bremen / Sammlung Wulf Herzogenrath, Berlin
Friedliche Kunst. Niederdeutsche Maler 1900-1914. Hannover, Kunstverein, 1949, Kat.-Nr. 151
„Schönes braunes Moor, köstliches Braun! Die Kanäle mit den schwarzen Spiegelungen, asphaltschwarz“, schwärmte die Malerin Paula Modersohn-Becker im Sommer 1897 in ihrem Tagebuch über die Landschaft von Worpswede, die ihr seit ihrem ersten Besuch wie ein „Wunderland, ein Götterland“, erschienen war (Tagebuch v. 24. Juli 1897, zit. nach: Günter Busch, Liselotte von Reinken (Hg.): Paula Modersohn-Becker in Briefen und Tagebüchern, Frankfurt a. M. 2007, 122f.).
Unter den Worpsweder Künstlerinnen und Künstlern, die sich 1894 zum Worpsweder Künstler-Verein zusammengeschlossen hatten, entwickelte sie sich zu der innovativ-sten und experimentierfreudigsten. Besonders die ab 1899 einsetzenden wiederkehrenden Aufenthalte in Paris bestärkten sie in ihren Gestaltungsexperimenten, und mit der Zeit überwand sie die abbildende genrehafte Landschaftsmalerei und öffnete sich für das Abenteuer der Farbe, der reinen Malerei.
So auch in unserem Gemälde: Wir blicken in die tiefblaue Farbe des sich im Moorgraben spiegelnden Himmels. Die Welt steht hier Kopf. Die zwei sich in der Wasseroberfläche spiegelnden Bäume scheinen nach unten zu wachsen. In lockerem Pinselduktus changieren die Farben der grün-gelb-orangen Moorlandschaft, die mit dem kräftigen Blau kontrastiert. Der völlige Verzicht auf den Horizont als Begrenzungsebene und einen regelrechten Bildhintergrund verstärkete die Radikalität des Bildes.
Die Landschaft von Worpswede erkundete die Künstlerin – auf ihrer Suche nach geeigneten und unverbrauchten Motiven – bei Wind und Wetter, wie sie in ihren Briefen berichtet: „Den Tag über bin ich weit draußen im Moor gewesen, im Sturm, bei sausenden Wolken. In diesem Lande entdeckt man immer neue Schönheiten. [...] Hier und da stehen ein paar knorrige alte Kiefern, gewaltig und groß, fast wie aus einer andern Kultur stammend“ (Paula Modersohn-Becker an ihre Tante Marie Hill, Brief v. 15. Januar 1899, zit. nach: ebd. S. 175 ).
Wie sehr die Malerin der Moorlandschaft Worpswedes als Quell ihrer Kreativität bedurfte, verdeutlicht noch ihre in Paris notierte Sehnsucht nach der Ursprünglichkeit des Malerdorfes bei Bremen. „Im ganzen stimmt Paris mich ernst“, schreibt sie in einem Brief an die Eltern: „Es gibt hier so viel Trauriges. [...] Ich sehne mich manchmal nach einem Moorspaziergang. Dennoch genieße ich meine Zeit, nehme viel in mich auf und komme weiter“ (Paula Modersohn-Becker an die Eltern, Brief v. 11. Januar 1900, zit. nach: ebd., S. 217). Mit ihren ungewöhnlichen, souveränen Bilderfindungen hat sich die Künstlerin ihren Platz in der Kunstgeschichte und in den Museen der Welt gesichert. Gloria Köpnick
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